Lean Management – Informationen und Produktionsteile sind gleich zu sehen

Immer wieder wird zwischen Produktionsprozessen und den indirekten Prozessen ein Unterschied gemacht. Nach langjähriger Erfahrung auf beiden Gebieten bin ich der Meinung, dass das keinesfalls stimmt.

Immer wieder wird zwischen Produktionsprozessen und den indirekten Prozessen ein Unterschied gemacht.

Nach langjähriger Erfahrung auf beiden Gebieten bin ich der Meinung, dass das keinesfalls stimmt. Im Gegenteil: Beides sind Prozesse in denen ein Input (Teil oder Information) in einen Bearbeitungsprozess eingebracht wird, dort über eine gewisse Dauer bearbeitet wird, und dann wieder als fertiges Zwischenprodukt (Output) an den nächsten Prozesspartner weitergegeben wird. Die grundsätzlichen Schritte sind immer dieselben. Auch die Verschwendungsarten nach “Lean” sind dieselben. Es gibt Lagerhaltung, Wartezeiten, Liegezeiten, schlechtes Handling, Fehler, Nacharbeit, usw.

Es gibt Rüstzeiten und Doppelhandling, auch Transportzeiten fallen an, wenngleich diese im Informationssektor immer schneller werden.

Der einzige, aber zugegeben gravierende Unterschied, liegt eher in der größeren Intransparenz der “Teile” im indirekten Bereich. Liegende oder fliessende Informationen sind nicht so einfach visuell erkennbar wie bei den körperlich produzierten Teilen. Geschlossene Prozessketten mit Linienfertigung und direkter hintereinandergeschalteter Abarbeitung sind eher selten.

Vielmehr sind die Prozesse im indirekten Bereich eher von einer ungeordneten Auftragsannahme geprägt, d.h. es können mehrere, ja viele Informationen gleichzeitig ins System kommen, die keinesfalls alle sofort bearbeitet werden können. Dieses “angearbeitete Material” im indirekten Bereich stellt den Hauptunterschied dar. Und die geordnete Abarbeitung dieser “angearbeiteten Informationen” wiederum ist im wesentlichen mit einem Auftragszentrum in einem Produktionswerk zu vergleichen, das eine geordnete Abarbeitung erst ermöglich. genauso verhält es sich mit den Informationen am Schreibtisch oder den E-Mails im PC. Da findet diese Feinsteuerung eben direkt auf dem Schreibtisch oder im Team statt.

Und der Unterschied zwischen Erfolg und Mißerfolg hängt auch, wie in der Produktion davon ab, wie geordnet man seine Reihenfolge abarbeiten kann. Je geordneter, desto verschwendungsärmer, desto besser. Das schöne ist, das auch hier die Lean-Management Elemente greifen und man nach der Umsetzung der Maßnahmen einen ruhigen, aber sehr effektiven Arbeitsprozess erhält.